Kasatsch. Die Burg
Im
Sommer dient der große Saal als Austragungsort diverser kultureller Veranstaltungen, das Burgareal
wird für Freilichtkonzerte genutzt (Infos unter +39/0471/920357).
Zur Geschichte der Burg Kasatsch in Südtirol
Die Höhenburg, die vom Hügel Kasatsch (vom lat. casaccia = großes Haus) ihren Namen führt,
entstand in der bewegten Zeit des ausgehenden 12. Jahrhunderts. 1194 erhalten nämlich Ulrich
Rufus, die Brüder Heinrich und Friedrich von Pitzol sowie Marquard und Hartwig aus Tisens vom
Bischof Konrad II. von Beseno die Erlaubnis, hier eine Beringburg zu errichten.


Diese hatte dem
Bischof von Trient und seinen Ministerialen, den Grafen von Eppan, gegenüber immer offen zu
sein. Die Bauformen der Anlage erinnern im unregelmäßigen Polygon sehr an damals moderne
Burgenbauten aus der Kreuzfahrerzeit und nehmen in der Nordansicht wohl die Form des Bergfrieds
von Hocheppan zum Vorbild. Von der Burg bezog zwar kein Geschlecht seinen Namen, sie
wurde wiederholt mehreren Dienstleuten der Eppaner Grafen belehnt. So wissen wir aus dem Jahr
1233 von einer Lehennahme durch den aus dem Sarntal stammenden Ulrich Muleich.

Die Anlage ist das ganze Jahr über zu besichtigen.
Nach dem Aussterben der Eppaner gelangte die Anlage in den Besitz der Herren von Greifenstein,
um 1390 in jenen der Bozner Pfandleiherfamilie der Botsch. Später sind die Stachelburg, Schneeburg
und Giovanelli ihre Eigentümer. Um 1600 ist die Anlage schon nicht mehr behaust und gilt
als verfallen. Der Baubestand ist aufgrund fehlender Umbauten original erhalten, wenngleich die
gerade abgeschlossene Restaurierung (1999–2002), die von der Eigentümerin der Anlage, Frau
Verena Jordan, initiiert wurde, die Ruine zu sichern wusste.
Die vorbildliche Erhaltung der Burgruine Kasatsch verhilft zu einem einzigartigen Erlebnis auf
einer Zeitreise in Ritterzeit und Mittelalter.
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